Ehrungen für zwei Staatspräsidenten

05.09.2026, 10:30

80 Jahre Pariser Vertrag (3/8): Landeshauptmann Arno Kompatscher ehrt die Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen für ihre Verdienste um die Südtirol-Autonomie

Im Rahmen einer musikalisch umrahmten Feier zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrags zeichnete Landeshauptmann Arno Kompatscher die Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen mit dem Großen Verdienstorden des Landes Südtirol aus. (Foto: LPA/Bernhard Aichner)
Im Rahmen einer musikalisch umrahmten Feier zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrags zeichnete Landeshauptmann Arno Kompatscher die Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen mit dem Großen Verdienstorden des Landes Südtirol aus. (Foto: LPA/Bernhard Aichner)

MERAN (LPA). Wenn Südtirol am Tag der Autonomie am 5. September auf seine Geschichte zurückschaut, richtet sich der Blick auch auf jene Persönlichkeiten, "weitblickend, mutig und großherzig" dazu beigetragen haben, das Erfolgsmodell Autonomie zu sichern und weiterzuentwickeln. Im Rahmen der Feier zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrags in Meran hat Landeshauptmann Arno Kompatscher den Präsidenten der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, und den Bundespräsidenten der Republik Österreich, Alexander Van der Bellen, mit dem Großen Verdienstorden des Landes Südtirol ausgezeichnet.

Die Ehrung steht laut Kompatscher für das gemeinsame Engagement Italiens und Österreichs bei der Lösung der Südtirol-Frage, zum Schutz von Minderheiten und zur Weiterentwicklung der Autonomie. "Die Autonomie ist das Ergebnis zäher Verhandlungen mit dem Mut zum Kompromiss und im Vertrauen auf Rechtsstaatlichkeit, Völkerrecht, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit", betonte Kompatscher. Gerade deshalb danke das Land Südtirol jenen die dieses Erbe bewahrt und gestärkt haben.

In seiner Laudatio würdigte der Landeshauptmann Mattarella als einen der wichtigsten Unterstützer der Südtirol-Autonomie in der italienischen Politik. Seit mehr als vier Jahrzehnten sei der Staatspräsident eng mit Südtirol verbunden und kenne dessen Besonderheiten wie kaum ein anderer Politiker Italiens und habe stets eine schützende Hand über Südtirol gehalten. Als Parlamentarier habe er sich für die Sonderautonomie eingesetzt. Später habe er wichtige Zuständigkeiten und Vermögenswerte an Südtirol mit auf den Weg gebracht. Als Staatspräsident sei er zu einem verlässlichen Garanten der Autonomie geworden und habe Südtirol stets mit Rat begleitet.

Den österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen lobte Kompatscher als überzeugten Europäer und wichtigen Begleiter, dem Südtirol eine Herzensangelegenheit sei. Seine persönliche Verbundenheit mit Tirol und sein Verständnis für die Geschichte des Landes hätten ihm ein besonderes Gespür für die Anliegen Südtirols verliehen. Hervorgehoben wurde auch Van der Bellens Einsatz für die Zusammenarbeit zwischen Wien und Rom basierend auf Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung, wodurch die gemeinsame Entwicklung der Autonomie zu gelebter und erfolgreicher Praxis geworden sei. Ebenso unterstütze Van der Bellen die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino mit Engagement.

 "Gerade angesichts dieser großen politischen Leistungen wünsche ich mir ein Südtirol, das verantwortungsvoll mit diesem Erbe umgeht; ein Südtirol, das seinen Menschen mit ihren starken Wurzeln und Traditionen Heimat gibt und gleichzeitig weltoffen, europäisch und mehrsprachig ist. Ein Südtirol, das aus Vergangenem seine Lehren zieht und zuversichtlich nach vorne blickt", betonte Kompatscher und erinnerte daran, dass die Südtirol-Autonomie heute weltweit als Beispiel für friedliche Konfliktlösung und Minderheitenschutz gelte.

san